Der (vor)letzte Panda oder Die Statik

von Dino Pešut | Aus dem Kroatischen von Alida Bremer
Deutschsprachige Erstaufführung
Koproduktion mit dem Burgtheater
 

Marija Annina Hunziker
Ana Wiebke Yervis
Marin Lukas Haas
Luka Aaron Röll
   
Regie Nicolas Charaux
Bühnenbild und Kostüme
Pia Greven
Licht Mathias Mohor
Dramaturgie Claudia Kaufmann-Freßner
Musik Bernhard Eder
Regieassistenz Lukas Michelitsch
Ausstattungshospitanz Anissa Kuhn
Inspizienz Stefanie Schmitt


Termine
Do 26. September 2019 | 20.30 Uhr | Premiere
Sa 28. | So 29. September | 20.00 Uhr
Mi 9. Oktober | 20.00 Uhr
Fr 11. Oktober | 20.30 Uhr
So 3. November | 19.30 Uhr
Fr 8. | Di 19. November | 20.00 Uhr
weitere Termine > Spielplan des Burgtheaters
Vorstellungsdauer: ca. 1 Stunde 15 Minuten, keine Pause

Aufführungsort
Burgtheater Vestibül
Universitätsring 2 | 1010 Wien

Karten
Vorverkauf über das Burgtheater

Fotos: Burgtheater / Matthias Horn

Ana will Schriftstellerin werden, Luka träumt vom Wohnen im Loft (und heimlich träumt er auch von einem Mann fürs Leben), Marin schwankt noch zwischen Mafia und Betriebswirtschaftsstudium, und Marija weiß ganz einfach, dass sie nie so schön sein wird wie Ana (weshalb sie ihr Make-up umso dicker aufträgt). Was sie verbindet: derselbe Kindergarten, dieselbe Schule, die erste Liebe, das erste Besäufnis und der Kater danach. Denn alle vier kamen 1990 in Sisak, einer Kleinstadt in Kroatien, zur Welt und ihre Kindheit war geprägt vom Krieg – einem Krieg, der von heute auf morgen Nachbarn zu Feinden machte und Familien zerriss. Kroate oder Serbe? Eine plötzlich lebensentscheidende Frage, die neue Grenzen zog und Feindbilder erzeugte, die auch das Ende des Krieges hartnäckig überdauern.

Doch selbst der Krieg wird zum Alltag, und neben Luftschutzkeller und Nachkriegschaos, Traumatisierung und Gewalt bleibt Platz für eine fast "normale" Kindheit, wenn auch die Spiele ungewohnte Namen tragen: "Lasst uns Wohlstand spielen, lasst uns Europa spielen." Aber alte Puppen von schwedischen Kindern sind Puppen und geschenkte Spielzeugautos bleiben Spielzeugautos. Ana, Marija, Luka und Marin erleben alles, was für Jugend und Heranwachsen typisch ist: Schule schwänzen und die Suche nach einer Zukunft, die den Träumen möglichst ähnlich sieht. Die Zeitreise durch ihr Leben endet schließlich mit dem 10-jährigen Maturatreffen: Es wird zu einer Bestandsaufnahme des Erfolgs und des Scheiterns. Die Erfolge sind individuell, das Scheitern nicht nur: "Die Menschen können sich vielleicht ändern, aber die Gesellschaft fast nie."

Mit Der (vor)letzte Panda oder Die Statik weist Dino Pešut, geboren 1990 in Sisak, weit über die jüngere Geschichte seines Landes hinaus: Er entwirft das Bild einer jungen Generation, in deren Erfahrung von Stagnation und Aufbruch wir uns überall wiederfinden können. 

Ich bin nichts Besonderes.
Werde es aber noch.