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GLAUBE LIEBE HOFFNUNG

GLAUBE LIEBE HOFFNUNG
Foto © MRS

von Ödön von Horváth Diplominszenierung von Florian Thiel
Die Inszenierung findet als Kooperation des Stadttheaters Bremerhaven und dem Max Reinhardt Seminar Wien statt und bildet den Abschluss von Florian Thiels Schauspielregie-Studium. Er bringt Ödön von Horváths Sozialdrama an einen Ort, wo sich die Erzählung weiterschreibt in die Gegenwart der Menschen, die hier leben und der passender nicht sein könnte: die geschichtsträchtige Jugendstil-Aula „Storm Deel“ des afz (Arbeitsförderungs-Zentrum) in Bremerhaven Lehe — vom deutschen Boulvard einmal abfällig als „ärmster Stadtteil Deutschlands“ bezeichnet. In Horváths kleinem Totentanz von 1932 zerbricht Elisabeth auf ihrer Suche nach Arbeit und Glück an der Erbarmungslosigkeit der Bürokratie und der Engstirnigkeit ihrer Mitmenschen. Ihr tragischer Kampf beginnt voller Hoffnung, endet in Verrat, Verzweiflung und schließlich im Suizid. Die Nationalsozialisten verhinderten 1933 die Uraufführung und verurteilten das Werk als „undeutsch“. Horváths kritischer Blick auf die verheerenden Mechanismen des Alltags macht GLAUBE LIEBE HOFFNUNG zu einer erbarmungslosen Reflexion über das Individuum in einer gleichgültigen Gesellschaft. Begleitet von der Reihe STADTGESPRÄCH, lädt die Inszenierung zur Auseinandersetzung mit gesellschaftlicher Kälte und bürokratischer Willkür ein. Gesprächsgäste zur Premiere sind der ehemalige Bewährungshelfer Jochen Merlin und Dr. Georg Mohr (Professor für praktische Philosophie, Universität Bremen), die sich über die harten Realitäten im Justizwesen austauschen. Dabei geben Sie Einblicke, wie soziale Schicksale von Schulden bis Schwarzarbeit auch heute noch regelmäßig im Gefängnis enden können und was das Rechts- und Unrechtsempfinden der Gesellschaft damit zu tun hat. Mit: Henning Z Bäcker, Leon Häder, Julia Lindhorst-Apfelthaler, Alexander Smirzitz, Marc Vinzing, Isabel Zeumer, Marsha B Zimmermann Inszenierung & Kostüm: Florian Thiel Bühne: Johannes Bluth Dramaturgie: Peter Hilton Fliegel Licht: Katharina Konopka