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Theodor Kramer Preis 2026 vergeben

Theodor Kramer Preis 2026 vergeben
v.l.n.r.:  Helene Maimann (Preisträgerin), Peter Roessler (Vorsitzender), Ernst Strouhal (Laudator) / Foto © Harald Maria Höfinger

Helene Maimann wurde für ihr Werk ausgezeichnet, Peter Roessler (Lehrender) als Vorsitzender der Theodor Kramer Gesellschaft überreicht die Auszeichnung.

Die Theodor Kramer Gesellschaft wurde 1984 gegündet und setzt sich für verdrängte Stimmen in der Literatur und Kultur des Exils ein. Schwerpunkte sind das Engagement gegen Antisemitismus, Fremdenhass, Geschichtsverleugnung und das Vergessen, dem die Gesellschaft durch die Förderung und Publikation von Autor*innen entgegentritt. Die Theodor Kramer Gesellschaft publiziert die Zeitschrift „Zwischenwelt“ sowie ein Jahrbuch und betreibt einen eigenen Verlag.

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Der Theodor Kramer Preis

Die Theodor Kramer Gesellschaft vergibt seit 2001 alljährlich den Theodor Kramer Preis für Schreiben im Widerstand und im Exil. Gewürdigt werden soll nicht die literarische Qualität allein, sondern darüber hinaus die Haltung und der Lebensweg der Preisträger*innen. Die Verleihung findet in Niederhollabrunn statt, dem Geburtsort von Theodor Kramer. Der Preis wird vom Land Niederösterreich, der Stadt Wien und dem Bundesministerium für Kunst, Kultur, öffentlichen Dienst und Sport gefördert.

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Theodor Kramer Preis für Schreiben im Widerstand und Exil 2026:
Helene Maimann

Begründung der Jury: Helene Maimann hat sich seit frühen Jahren mit Exil und Widerstand auseinandergesetzt. Sie kommt aus einem Milieu, dem in der Nachkriegszeit kaum Beachtung geschenkt wurde: den Rückkehrern aus der Emigration. 
Ihre Eltern waren jüdische Flüchtlinge, ihr Vater kam als britischer Besatzungssoldat nach Wien zurück. Über das lebenslange Trauma der Eltern, der Verlust fast der ganzen großen Familie in der Schoah, herrschte Schweigen. Es galt, nach vorne zu schauen und auf ein besseres Leben zu hoffen. Helene Maimann ging den Spuren der Eltern bereits in ihrer Dissertation über die österreichische Emigration in Großbritannien nach und schrieb eine Reihe von Essays über die sozialen, kulturellen und sprachlichen Probleme von Widerständigkeit, Verfolgung, Flucht und Exil, aber auch über die Möglichkeiten, die ein stürmisches Leben eröffnen kann. Als Historikerin, Schriftstellerin, Ausstellungs- und Filmemacherin erreichte sie ein breites Publikum und trägt maßgeblich zum heutigen Wissen über das humanistische, kritische und weltoffene „Andere Österreich“ bei. „Helene Maimann ist die scharfsinnige Erzählerin unserer Generation, deren Eltern uns beigebracht haben, den Kopf hochzuhalten und uns mit der Welt auseinanderzusetzen“, schreibt Robert Schindel. 

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