Junge Josefstadt: Toni
Ab der Spielzeit 2026/27, unter der künstlerischen Direktion von Marie Rötzer, startet eine Kooperation zwischen dem Theater in der Josefstadt und dem Max Reinhardt Seminar.
Die Etablierung einer fundierten Ausbildung mit enger Beziehung zur Theaterpraxis und die intensive Förderung des Nachwuchses war ein zentrales Anliegen der Arbeit von Max Reinhardt. Die Kooperation JUNGE JOSEFSTADT bietet jungen Talenten eine Bühne und verankert die Ausbildung Studierender fest im Theaterbetrieb.
TONI
Eine Schulmädchen-Komödie
von Gina Kaus
In Auseinandersetzung mit Gina Kaus, einer der erfolgreichsten deutschsprachigen Schriftstellerinnen der Zwischenkriegszeit, bringen Studierende des Max Reinhardt Seminars eine Coming-of-Age-Geschichte auf die Bühne, die auch 100 Jahre nach der Uraufführung bemerkenswert aktuell erscheint. Die vierzehnjährige Toni rebelliert. Sie will kein „süßes Mädel“ sein, sondern ein Mann, der ein selbstbestimmtes Leben mit allen sexuellen Freiheiten führen darf. Eine scharfsinnige Studie über den unbändigen Drang, den Fesseln von Herkunft und Geschlecht zu entkommen. Als eine der progressivsten Stimmen der Wiener Moderne lebte Gina Kaus den Kampf um Selbstbestimmung radikal vor, wurde dafür selbst oft skandalisiert. Nachdem ihr Werk 1933 den Bücherverbrennungen der Nationalsozialisten zum Opfer fiel, floh sie in die USA und wurde zu einer der gefragtesten Drehbuchautorinnen Hollywoods.
Premiere im April 2027
Link zum Spielzeitbuch des Theaters in der Josefstadt
(Seite 86)
„Dieses Theater oder keines“ hatte Max Reinhardt sich in den Kopf gesetzt, als er einen Schaffensort in Wien suchte. Dass das Haus, in dem das Theater in der Josefstadt beheimatet war, schon vielfach als abbruchreif verschrien wurde, hielt ihn nicht davon ab. 1923 bekam er den positiven Konzessionsbescheid, baute sein Theater liebevoll so um, wie wir es heute kennen, und 1924 konnte er erfolgreich eröffnen. Unter Reinhardt wurde das Theater in der Josefstadt zu einer der führenden Bühnen Europas. 1929 nahm das von ihm konzipierte und geleitete „Schauspiel- und Regieseminar“ im Schlosstheater Schönbrunn den Unterrichtsbetrieb auf.