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Univ.-Prof. Dipl.-Schau.

Oliver Urbanski

Rollengestaltung

Oliver Urbanski
Foto © Elena Zaucke

Oliver Urbanski studierte Schauspiel an der Hochschule für Schauspielkunst „Ernst Busch“ in Berlin. Sein erstes Engagement führte ihn an das Berliner Ensemble, wo er mit Luc Bondy, Robert Wilson, Claus Peymann und Peter Zadek arbeitete. Anschließend gehörte er vier Jahre dem Ensemble von Peter Zadek an.

Peter Zadek schrieb über ihn in seiner Biografie: „Wir hatten eine perfekte Besetzung für alle Rollen. Der Narr zum Beispiel war ein junger genialer Schauspieler, Oliver Urbanski, der einfach alles kann. Er spielt fünf Instrumente perfekt, er hat eine eigene Jazzgruppe, inszeniert selbst und ist noch keine dreißig Jahre alt.“

Gastspiele und Tourneen führten Oliver Urbanski unter anderem zu den Wiener Festwochen, zum Edinburgh Festival, zum Europäischen Theaterpreis, zu den Ruhrfestspielen, zur Ruhrtriennale und zu den Festspielen Reichenau, wo er unter der Regie von Alexandra Liedtke arbeitete.

Neben seiner Tätigkeit an deutschen Theatern ist er seit vielen Jahren als Conférencier im Musical Cabaret in der Bar jeder Vernunft und im TIPI am Kanzleramt in Berlin zu erleben. Für Kino und Fernsehen arbeitete er unter anderem in der amerikanischen Kinoproduktion „I#ll Find You“ unter der Regie von Martha Coolidge sowie zuletzt für ARD/Netflix in „Finsteres Herz – Die Toten von Marnow 2“ unter der Regie von Andreas Herzog.

Als Theatermusiker komponierte und spielte Oliver Urbanski für rund 60 Produktionen, unter anderem am Deutschen Theater Berlin, an der Schaubühne am Lehniner Platz, bei den Ruhrfestspielen Recklinghausen, am Schauspiel Frankfurt, am Schauspielhaus Bochum und am Münchner Volkstheater. Er arbeitete dabei unter anderem mit den Regisseurinnen und Regisseuren Alexandra Liedtke, Bettina Bruinier, Claus Peymann, Marius von Mayenburg und Peter Zadek.

Oliver Urbanski war sieben Jahre Gastdozent an der Hochschule für Schauspielkunst „Ernst Busch“ und begleitete Schauspielerinnen und Schauspieler bei Rollenvorbereitungen für Theater und Film. Für die Folkwang Universität der Künste in Essen entwickelte er das Unterrichtsmodul „Szene und Song“, das sich mit der Verbindung von szenischer Rollenarbeit und musikalischem Ausdruck beschäftigt und Studierenden einen Zugang zur dramaturgischen und emotionalen Arbeit zwischen Text und Musik eröffnet.

Als Theaterregisseur arbeitete er in Italien, Österreich und Deutschland. Bei den Bad Hersfelder Festspielen verantwortete er zuletzt „Das kleine Gespenst“ und „Ronja Räubertochter“, jeweils mit eigener Fassung, Songtexten und Kompositionen. Beide Produktionen wurden von der Kritik hervorgehoben; die Hauptdarstellerinnen erhielten jeweils den Hersfeld-Preis für darstellende Kunst.

In seiner künstlerischen und pädagogischen Arbeit richtet Urbanski sein besonderes Interesse auf die Verbindung von Schauspiel und Musik. Musik versteht er dabei nicht als Ornament, sondern als dramaturgische Kraft, die Beziehungen sichtbar macht, verdichtet und verwandelt. Seine spartenübergreifenden Arbeiten verbinden Schauspiel, Musik, Gesang und Tanz.

Theater versteht er als einen Ort, an dem menschliche Beziehungen erfahrbar werden – in ihren Sehnsüchten, Träumen und Lebenslügen. Im Zentrum seiner Arbeit mit Schauspielerinnen und Schauspielern stehen die Beziehung zwischen den Figuren, die konkrete Situation und die Entwicklung eigenständiger künstlerischer Entscheidungen.